
Einführung in die Geschichte
Vor Gründung von Miami lebten in diesem Bereich mehr als 1000 Jahre lang die Tequesta Indianer. Als erster Europäer kam 1566 Pedro Menendes de Aviles und beanspruchte das Gebiet für Spanien. Ein Jahr später wurde eine spanische Mission errichtet, die allerdings 1570 wieder verlassen wurde. 1743 sandten die Spanier erneut eine Mission nach Miami und bauten Festung und Kirche, doch auch diese wurde zum Jahresende wieder aufgegeben. Mit dem Ende des siebenjährigen Krieges tauschte Spanien mit den Engländern Florida gegen Havanna.
1783 wurde erneut getauscht: die Briten wollten von den Spaniern die Bahamas haben und gaben ihnen dafür Florida zurück. Die zweite spanische Periode dauerte von 1784 bis 1821, denn die Spanier verkauften Florida für 5 Millionen Dollar...
Jetzt kamen die ersten dauerhaften weißen Siedler. In den ersten Jahren war die Gegend als ˝Biscayne Bay County“ bekannt und ihre Entwicklung dümpelte langsam vor sich hin. Das änderte sich schlagartig nach dem großen Frost in Florida im Winter 1894/95, als alles erfror – nur nicht in Miami. Die Florida East Coast Railroad wurde weitergeführt bis Miami. Bürger aus dem nördlichen Florida kamen in den Süden. Am 28. Juli 1896 wurde Miami offiziell zur Stadt. Aus einem Dorf mit 344 Einwohnern erwuchs ein florierender Kurort. 1915 wurde Miami Beach gegründet.
Miami wuchs weiter, auch im frühen 20. Jahrhundert. Der Autobahnbau löste einen beispiellosen Bau- und Wirtschaftsboom aus. Die Einwohnerzahl wuchs auf 30.000 in 1920 und auf 200.000 in 1925. Gründe dafür waren die idyllischen Strände und die Top-Wetterlage der Stadt, aber auch das im großen Stil organisierte Glücksspiel. Übrigens war Alkohol zwar illegal, floss in Miami aber während der gesamten Ära der Prohibition in Strömen. Ein Jahr später, 1926, nach einem Hurrikan mit verheerenden Auswirkungen und 243 Toten, brach der Boom zusammen, aber die Grundlagen für die künftige Entwicklung waren geschaffen mit Bürogebäuden, Hotels, Wohnungen und ein Netz von Straßen und Gassen.
Miami fing sich wieder. Die 30er Jahre florierten. Es wurden die berühmten Art-Deco-Gebäude von Miami Beach erbaut, bis 1942 vor der Küste Floridas ein Tankschiff vo einem deutschen U-Boot versenkt wurde. Die dadurch ausgelöste Panik wandelte Süd-Florida in eine riesige Militärbasis um. Die Bevölkerung wuchs auf fast eine halbe Million. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten viele Soldaten zurück und allmählich setzte in Miami der Aufschwung wieder ein. Dieser Boom hat sich ohne nennenswerte Unterbrechung bis zur Gegenwart fortgesetzt.
Nachdem Fidel Castro 1959 zur Macht kam, emigrierten viele Kubaner nach Miami und ließen die Einwohnerzahl weiter ansteigen. Miami erhielt neue Impulse von 178.000 kubanischen Flüchtlingen, die Miami zu einer internationalen Stadt formten und die bestehende Bindungen in die Karibik und nach Lateinamerika stärkten. Hunderttausende europäischer Besucher entdeckten Miami Beach, machten die Art-Deco-Hotels populär, verschafften der Stadt noch mehr kosmopolitisches Flair. Durch Fernsehserien – wie “Miami Vice“ – zog Miami Beach Mitte der 80er Jahre die internationale Aufmerksamkeit auf sich. Das Leben in Süd-Florida wurde verherrlicht.
Immer mehr Stars kauften sich Anwesen in Miami. Der Art-Deco-Bezirk wurde saniert, Miami wurde zur Vorzeigestadt mit viel Glamour und Kultstatus.
In Miami verschärften sich die Spannungen zwischen Kubanern und Afroamerikanern immer mehr. Letztere waren in ein Gebiet nördlich des Stadtzentrums verwiesen worden, das als “Colored Town“ (Stadt der Farbigen) bezeichnet wurde. Zwischen den sich bekämpfenden Gangs kam es immer häufiger zu Unruhen und Gewaltorgien. Die Stadt ist heute zweisprachig: Spanisch sprechende Mitarbeiter arbeiten in den meisten Unternehmen und Geschäften der Innenstadt. Miami ist nach wie vor ein großes internationales Finanz- und Kulturzentrum.