Kleiner Ausflug in die Geschichte
Den Namen erhielt Kapstadt nach dem nahe gelegenen Kap der Guten Hoffnung. Ursprünglich siedelten hier Buschmänner (San) und Hottentotten (Khoikhoi) an. 1652 landeten holländische Siedler in der Tafelbucht und gründeten Kapstadt als Versorgungsstation für die Niederländische Ostindien-Kompanie. Die Holländer vertrieben die Ureinwohner. Da Arbeitskräfte fehtlen, wurden ab 1653 Asiaten als Sklaven nach Kapstadt deportiert. Sie kamen aus den holländischen Handelsgebieten in Madagaskar, Java und Malaysia. Die letztendlich daraus resultierende Vermischung von Europäern, asiatischen Sklaven und den afrikanischen Ureinwohnern ist der Ursprung der heutigen farbigen Bevölkerung.
1658 gab es erste Auseinandersetzungen zwischen Siedlern und Khoikhoi. 1659 fand die erste Weinlese statt, jedoch gibt es den ersten “genießbaren“ Wein erst seit 1685 vom Weingut Steenberg. Gegen 1662 hatte Kapstadt etwa 500 Einwohner, darunter 100 Sklaven. Ab etwa 1700 zogen die ersten so genannten Trekburen gen Osten, das europäische Siedlungsgebiet dehnte sich pro Jahr 30 bis 40 Meilen aus. 1795 eroberte Napoleon die Niederlande, die “Batavische Republik“ wird deklariert; der holländische König floh nach England. Die Briten schickten eine Flotte zur Kapregion und besetzten sie. In einem Friedensvertrag wurde 1802 das Kap an die Batavische Republik zurückgegeben, 1805 allerdings erneut von England besetzt. 1814 wurde die Kapregion britische Kronkolonie.
1820 landeten 4000 britische Siedler bei Algoa Bay und gründen Port Elizabeth. Ab 1822 wurde Englisch zur einzigen Amtssprache deklariert, Afrikaans blieb aber Sprache der Buren. 1833 wurde die Sklaverei abgeschafft. Daraufhin verlieβen viele Buren das Land, da es ohne Sklaven nicht zu bewirtschaften war. Im Großen Trek 1836 zogen 6.000 Buren nach Norden und gründen 1852 die Burenrepublik Transvaal. 1854 wurde das erste Kap-Parlament eröffnet, 1873 die Universität of Good Hope gegründet.
Entdeckung und Abbau von Diamanten und Gold im Inneren des Landes zwischen 1869 und 1890 veränderten Kapstadts Struktur. Die Stadt war zwar nicht mehr die einzige und dominierende Großstadt, als größter Hafen in der Kolonie vermehrte sie aber ihren Wohlstand. 1880 gewannen die Buren den 1. Burenkrieg gegen die Engländer. Aus Transvaal wurde die Südafrikanische Republik. Den 2. Burenkrieg von 1899-1902 gewannen die Briten. 1910 bildeten Buren und Briten die Südafrikanische Union. 1925 verloren die schwarzen Südafrikaner in Kapstadt das Wahlrecht. Afrikaans wurde neben Englisch offiziell zweite Landessprache.
1948 gewann die National Party die Wahlen. Das Apartheid-System wurde eingeführt. Die Rechte der farbigen Bevölkerung wurden systematisch abgeschafft, Wohnviertel und Stadtteile nach Hautfarbe getrennt. Die Partei blieb bis 1994 an der Macht. 1961 schied Südafrika aus dem Commonwealth aus. 1967 wurde im Kapstädter Groote Schuur Hospital die erste Herzverpflanzung vorgenommen.
1990 verkündete Frederik de Klerk das Ende der Apartheid. Nelson Mandela (http://www.nelsonmandela.org/) wurde freigelassen. 1993 änderte man die Verfassung. Die Rassentrennung wurde gesetzlich aufgehoben. Im April 1994 fanden erstmals freie und demokratische Wahlen statt. Im Mai wurde Nelson Mandela der erste, von allen Südafrikanern gewählte, schwarze Staatspräsident. Seit den Kommunalwahlen 2006 ist die Demokratische Allianz stärkste Partei in Kapstadt. Sie wird von den Weißen und Farbigen gewählt, die in der Stadt die Mehrheit bilden.