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Einführung in die Geschichte von Alicante

 

 

Alicante war seit jeher ein Brennpunkt für Händler und Eroberer. Im Laufe der über 300-jährigen Geschichte der Stadt wurde sie von den unterschiedlichsten Mittelmeervölkern aufgesucht.

AlicanteDie Griechen waren von den der außergewöhnlichen Helligkeit des Ortes beeindruckt und schenkten der im Jahre 324 v. Chr. gegründeten Stadt den Namen “weiße Zitadelle“, Akra Leuke. Der Name “Lucentum“, die Stadt des Lichts, stammt aus der Zeit der Römer, die 201 v. Chr. die Macht an sich gerissen hatten. Von 711 bis 1249 stand Alicante unter maurischer Herrschaft, die den römischen Namen in ”Al Lucamt“ umbenannten. Die Mauren waren herzlich Willkommen bei den Einheimischen, denn sie brachten medizinisches Fachwissen und Bücher mit, errichteten moderne Bewässerungssysteme und sorgten schon bald für den unverwechselbaren Duft nach Orangenblüten in der gesamten Provinz. Auch Palmen und Reis haben die Alicantinos den Mauren zu Verdanken.

Ab 1244 vertrieben die Katholiken die muslimischen Herrscher. Im Jahre 1265 wurde die Stadt in das Königreich Aragonien eingegliedert und schließlich 1308 dem Königreich Valencia zugeschrieben. Die ersten Siedlungen wurden rund um die Burg Santa Bárbara erbaut, die später von den Briten zerstört wurde. Seit 1490 darf sich Alicante offiziell als Stadt betiteln. Nach der siebentägigen Bombardierung durch die Franzosen im Jahr 1691 und den harten Zeiten des Spanischen Erbfolgekrieges 1701 bis 1714 konnte Alicante politisch und wirtschaftlich an Einfluss gewinnen.

Der Handel blühte, der Hafen wurde ausgebaut, und die Bevölkerung verdoppelte sich in weniger als hundert Jahren. Alicante wurde zum Haupthafen Kastiliens und später zum drittgröβten Handelshafen Spaniens. Während des Spanischen Unabhängigkeitskrieges gegen Napoleon wurde Alicante kurzfristig zur Hauptstadt des Königreiches Valencia, da Valencia selber von den Franzosen belagert war.

Aber Alicante wurde auch immer wieder vom Meer aus angegriffen und haderte mit einem groβen Unsicherheitsfaktor. Erst ab dem 18. Jahrhundert war die Stadt in der Lage, sich effektiv vor den Angriffen zu schützen und entsprechend zu erholen. 1813 wurde die zweite Festung von Alicante, das Castillo San Fernando, errichtet. Im Jahr 1858 erlebte die Stadt einen neuen Aufschwung dank der Fertigstellung der Eisenbahnlinie zwischen Alicante und Madrid. Neue Stadtteile entstanden, die alten Stadtmauern wurden gesprengt, die Stadt konnte wachsen. 1870 gab es die ersten freien Wahlen in Alicante, die von den Republikanern gewonnen worden sind.

Der Spanische Bürgerkrieg machte dem Wirtschaftsaufschwung jedoch ein Ende. Das ganze Land litt an den Ausschreitungen, Alicante hatte es besonders hart getroffen. Allein 70 Bombenangriffe zerstörten über 700 Gebäude und töteten über 500 Menschen. Eine italienische Fliegerstaffel warf weitere 90 Bomben auf die Stadt am Mittelmeer hinab und tötete 300 Menschen auf einen Schlag. Dennoch blieb Alicante stark und war die letzte Stadt, die den Truppen von Franco übergeben wurde. Viele Republikaner mussten fliehen, der Hafen war ihre letzte Rettung.

In den 60er Jahren wurde Alicante schlieβlich vom Tourismus entdeckt. Wen wundert es, dass diese geschichtsträchtige Stadt am Mittelmeer Jahr für Jahr von tausenden von Urlaubern besucht werden will. Heute ist Alicante eine kosmopolitische, aber auch traditionelle Stadt, die sich ihre Geschichte in Form von zahlreichen Gebäuden, Denkmälern, Straβenverläufen und Inschriften bewahrt hat.

Quick-Facts

Staat
Spanien
Region
Valencia
Einwohner
322.431
Vorwahl
(+34) 965
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