Die Semana Santa (16.-23. März 2008), von Palmsonntag bis Ostersonntag, zählt zu den bedeutendsten Feierlichkeiten Andalusiens, zu der alljährlich Besucher aus aller Herren Länder nach Granada strömen, um den feierlichen Umzügen mit Darstellungen aus der Ostergeschichte beizuwohnen.
Die Straßen sind erfüllt vom Klang der Trommeln und der traditionellen saetas (religiöse Bittgesänge). Jeder Tag bringt neue Prozessionen mit sich, und für all jene, die noch nie daran teilgenommen haben, ist der Stimmungswandel im Lauf der Woche besonders eindrucksvoll. Besonders schwermütig sind die Prozessionen am Karfreitag (die die Kreuzigung Christi darstellen) und die freudvollsten am Ostersonntag (die die Auferstehung Christi feiern).
Die Prozessionen werden jeweils von der eigenen hermenidad (Bruderschaft) angeführt, die alle äußerst stolz auf ihre pasos sind. Diese tischförmigen Konstruktionen, die eine Marienstatue oder eine Szene des Kreuzwegs mit Jesusstatue zeigen, werden von bis zu 40 jungen Männern getragen, gefolgt von schwarz gekleideten Frauen und Kindern. Zu jeder Prozession gehört auch eine Blaskapelle, die den Zug mit trauervoller Musik begleitet.
Die meisten Prozessionen ziehen langsam durch die Stadt, vorbei am Rathaus an der Plaza de Carmen und hin zur Kathedrale.
Wenn Sie länger als nur ein Wochenende bleiben können, dann empfiehlt sich ganz besonders die Aschermittwoch-Prozession (Christus von Sacromonte/die Zigeuner), die über 12 Stunden hin im Schein der Feuer am Wegrand und begleitet von leidenschaftlichen Gesängen hinauf zum Kloster Sacromonte aus dem 17. Jh. führt. Auch die stille Gründonnerstag-Prozession am nächsten Tag ist einzigartig.
In ganz Spanien wird gefeiert (denkwürdige Ausnahmen sind Madrid und Barcelona) und jede Stadt und jedes Dorf hat eigene Prozessionen und Feierlichkeiten. Neben Granada sind auch Sevilla und Cadiz bei den Osterbesuchern sehr beliebt. Vergessen Sie aber nicht, dass Sie für einen Besuch zu Ostern frühzeitig Ihre Unterkunft und Ihren Mietwagen buchen.
Hier sei auch erwähnt, dass Karfreitag und Ostermontag öffentliche Feiertage sind und dass daher viele Läden und andere Einrichtungen vor Ort geschlossen sind. |